Warum das funktioniert

Hinter jeder Entscheidung in lern.app steht ein Befund aus der Lernforschung. Hier steht Punkt für Punkt: Was die Forschung sagt. Und was die App daraus macht.

Die Punkte hinter jedem Titel sagen, wie sicher die Forschung ist: ⬤⬤⬤ oft nachgeprüft und immer wieder bestätigt, ⬤⬤◯ gut belegt, aber mit Einschränkungen.

Sich erinnern bringt mehr als noch einmal lesen

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Die App legt kaum Texte zum Lesen vor. Sie stellt Fragen. Das Antworten ist dabei nicht die Kontrolle am Ende — es ist das Lernen selbst. Kein anderer Befund der Lernforschung ist so gut belegt.

Beleg: Roediger & Karpicke (2006), Psychological Science 17(3), 249–255, Retrieval-Based Learning: A Decade of Progress (ERIC ED599273)

Vergleichen macht Wissen anwendbar

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Wer zwei Fakten nebeneinander hält, erkennt das Muster dahinter — und kann es später auf einen neuen Fall anwenden. Eine Frage zu einem einzelnen Fakt schafft das nicht. Deshalb gibt es Aufgaben, die zwei oder drei Fakten verbinden.

Beleg: Gentner, Loewenstein & Thompson (2003), Journal of Educational Psychology 95(2), 393–408, Gentner, Loewenstein & Thompson, Analogical Encoding: Facilitating Knowledge Transfer and Integration

Mehrmals mit Abstand üben schlägt einmal am Stück

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Derselbe Aufwand bringt mehr, wenn er über mehrere Tage verteilt wird. Wie lange eine Frage Pause hat, richtet sich danach, wie gut sie schon sitzt.

Beleg: Cepeda, Pashler, Vul, Wixted & Rohrer (2006), Psychological Bulletin 132(3), 354–380

Themen mischen schlägt ein Thema nach dem anderen

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Die App mischt die Themen, statt eines nach dem anderen durchzugehen. Das fühlt sich schwerer an. Es bleibt aber mehr hängen.

Beleg: Rohrer & Taylor (2007), Instructional Science 35(6), 481–498

Selbst hinschreiben bringt mehr als anklicken

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Wo es geht, schreibt Ihr Teilnehmer die Antwort selbst, statt sie auszuwählen. Von sechs Fragen zu einem Fakt sind vier von dieser Art.

Beleg: Slamecka & Graf (1978), Journal of Experimental Psychology: Human Learning and Memory 4(6), 592–604

Auch die falschen Antworten bringen etwas bei

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Wer nachliest, warum die anderen Antworten falsch sind, lernt dabei mit. Deshalb hat jede Antwortmöglichkeit eine kurze Begründung. Sie erscheint, sobald geantwortet wurde.

Beleg: Little, Bjork, Bjork & Angello (2012), Psychological Science 23(11), 1337–1344, Little & Bjork (2015), Memory & Cognition, Retrieval-Based Learning: A Decade of Progress (ERIC ED599273)

Nach jeder Antwort kommt eine Erklärung

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Bei Multiple Choice bleibt manchmal eine falsche Antwort im Kopf hängen. Eine Erklärung gleich danach macht diesen Schaden kleiner und den Nutzen größer. Ganz weg bekommt sie ihn nicht.

Beleg: Butler & Roediger (2008), Memory & Cognition 36(3), 604–616, Beyond right or wrong: More effective feedback for formative multiple-choice tests (PMC7550480)

Die Rückmeldung spricht über den Stoff, nicht über den Menschen

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Die App sagt „Prozentrechnung: 48 % richtig". Sie sagt nicht „du bist schwach in Mathe". In der größten Untersuchung dazu machte mehr als ein Drittel aller Rückmeldungen die Leistung schlechter — und zwar umso häufiger, je mehr sie über die Person sprachen.

Beleg: Kluger & DeNisi (1996), Psychological Bulletin 119(2), 254–284, Weiner (1985), Psychological Review 92(4), 548–573

Wir sortieren um — weggelassen wird nichts

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Die App ändert, wann und wie oft etwas drankommt. Sie lässt aber nichts weg. In der Prüfung kommen auch leichte Fragen dran: Wer sie nie wiedersieht, vergisst sie.

Beleg: Bloom (1968), Learning for Mastery, Evaluation Comment 1(2), Kulik, Kulik & Bangert-Drowns (1990), Review of Educational Research 60(2), 265–299, Slavin (1987), Mastery learning reconsidered, Review of Educational Research 57(2), 175–213

Wir empfehlen einen Weg, wir schreiben ihn nicht vor

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Eine Hilfe, die Anfängern nützt, bremst Fortgeschrittene aus. Wer eine Sache schon kann, darf deshalb sofort weitermachen.

Beleg: Sweller & Cooper (1985), Cognition and Instruction 2(1), 59–89, van Merriënboer (1990), Journal of Educational Computing Research 6(3), 265 ff., Renkl & Atkinson (2003), Educational Psychologist 38(1), 15–22, Atkinson, Derry, Renkl & Wortham (2000), Review of Educational Research 70(2), 181–214, Kalyuga, Ayres, Chandler & Sweller (2003), Educational Psychologist 38(1), 23–31

Warum Anki und ähnliche Karteikarten-Programme hier nicht passen

Programme wie Anki rechnen für jeden Menschen und jede Karte aus, wann er sie vergisst. Der beste Abstand ist dabei keine feste Zahl. Er hängt davon ab, wie lange man etwas behalten will. Bei Anki muss jeder diese Einstellung selbst finden — an Karten, die er selbst geschrieben hat. ⬤⬤⬤

Wer sich über Jahre selbst optimieren will, ist damit bestens bedient. Für die Prüfungsvorbereitung im Seminar passt es aus drei Gründen nicht: Das Material kommt von Ihnen und nicht vom Lernenden. Es geht um einen festen Prüfungstermin und nicht ums Behalten für immer. Und Sie als Anbieter sähen von alldem nichts.

lern.app macht deshalb drei Dinge anders. Statt starrer Abstände entscheidet ein Pool, der mehrere Hinweise gegeneinander abwägt. Gelernt wird der Fakt, nicht die Karte. Und die richtigen Abstände entstehen aus den Antworten aller Lernenden eines Anbieters, nicht für jeden einzeln. Die Arbeit, die bei Anki jeder für sich macht, teilen sich hier alle Teilnehmer — und Sie sehen das Ergebnis.

Quellen

Das sind alle Arbeiten, auf die wir uns berufen. Wie sicher ein Befund ist und wo er im Code steckt, pflegen wir intern.

Sich erinnern bringt mehr als noch einmal lesen

Themen mischen schlägt ein Thema nach dem anderen

Auch die falschen Antworten bringen etwas bei